Schulstart mit Omikron: Corona-Inzidenz der 5- bis 14-Jährigen liegt über 400. Aerosolforscher sprechen sich für mobile Luftreiniger in den Klassen aus

Trotz der Sorge um eine neue Corona-Welle – ausgelöst durch die Corona-Variante Omikron – startete am gestrigen Montag wieder der Schulunterricht in einigen Bundesländern. In Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sachsen und Rheinland-Pfalz gilt vorerst wieder Präsenzunterricht. Thüringen setzt zum Schutz vor der Omikron-Variante vorerst auf Distanzunterricht. Ab dem 05. Januar sollen die Schulen dann selber darüber entscheiden, ob sie weiterhin im Distanz- bzw. Wechselunterricht verbleiben oder zurück in den Präsenzunterricht wechseln. In Brandenburg können die Eltern von Kindern bestimmter Altersstufen bereits jetzt Homeschooling beantragen.

Corona-Inzidenz der 5- bis 14-Jährigen liegt über 400

Der Lehrerverband kritisiert diese uneinheitlichen Regelungen und die aktuelle Schulpolitik scharf. Bereits jetzt sei die Corona-Inzidenz bei Kindern im Schulalter so hoch wie in keiner anderen Altersklasse.

Corona-Inzidenz nach Altersgruppen:

Lehrer, Erzieher aber auch Eltern machen sich daher große Sorgen, dass diese bereits jetzt hohen Zahlen durch die Omikron-Variante noch weiter ansteigen werden. Immerhin gilt Omikron als sehr ansteckende Variante – mehr noch als die aktuell dominierende Delta-Variante. Erschwerend komme hinzu, dass viele Schüler vom Urlaub im Ausland oder Familienfeiern im größeren Kreis zum Unterricht zurückkehren. Experten befürchten daher eine starke Zunahme der Neuinfektionen in den kommenden Wochen.

Wie geht es weiter an den Schulen?

Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft machte in einem Interview mit dem Nachrichtensender WELT deutlich, dass niemand in den Distanzunterricht wolle. Ab einem gewissen Punkt sei dies aber unvermeidlich. Beispielsweise dann, wenn sich von 100 Lehrkräften 30 in Quarantäne befinden, weil sie im direkten Kontakt mit positiv getesteten Schülern unterrichtet haben. Finnern fordert daher in den kommenden zwei Wochen nach den Schulferien mehr Tests als bisher, um aus den Ferien mitgebrachte Infektionen frühzeitig zu erkennen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach betonte am Wochenende erneut den Stellenwert von Mund-Nasen-Masken zum Schutz vor einer Corona-Ansteckung. „Die Viruslast der Infizierten ist bei Omikron niedriger, deshalb wirken Masken besser“, sagte Lauterbach der „Bild am Sonntag“. In den Schulen sei dies ein „absolutes Muss“.

Aerosolforscherin Birgit Wehner vom Leipnitz-Institut für Troposphärenforschung möchte sich nicht alleine auf Tests und Masken zum Schutz der Schülerinnen und Schüler verlassen. Wehner rät zu einer Kombination auch technischer Schutzmaßnahmen, die im Gegensatz zu Impfstoffen bei allen Coronavarianten einen unvermindert hohen Schutz bieten. Ob der Präsenzunterricht in einer Schule wirklich sicher sei, hänge entscheidend davon ab, ob zum Beispiel mobile Luftreiniger oder Plexiglas-Trennwände mit Aerosolschutzkante in den Klassenräumen installiert seien, was an vielen Schulen nach wie vor nicht der Fall ist. Obgleich Forschungsgesellschaften, Universitäten wie die Goethe-Universität in Frankfurt und allen voran die Universität der Bundeswehr München bereits sehr früh in der Corona-Pandemie die Wirksamkeit mobiler Hochleistungsluftreiniger getestet und deren Wirksamkeit zum Schutz vor einer Corona-Infektion wissenschaftlich fundiert belegt hätten.

Nach Wehners Auffassung könne „eine Kombination aus Masken, Lüften und Luftfiltern in der richtigen Anwendung das Infektionsrisiko stark eindämmen“, wie es auch Professor Dr. Christian Kähler von der Universität der Bundeswehr in seinem Corona-Schutzkonzept für Schulen empfiehlt. Sie verweist auf Fälle, bei denen ein Schüler nachweislich infiziert gewesen sei, es aber keine Übertragung auf die anderen Schüler im Klassenverband gegeben habe. Dies sei jedoch nur möglich, wenn alle Kinder dauerhaft Masken im Unterricht tragen würden und/oder die Virenlast im Raum ausreichend durch Lüftungsmaßnahmen oder mobile Luftreiniger gesenkt würden. Das sei in der allgemeinen Schulpraxis aufgrund unterschiedlicher Schutzmaßnahmen aber keine Selbstverständlichkeit.
Wie sicher der Präsenzunterricht in den kommenden Wochen mit der Omikron-Variante sein wird, hängt also entscheidend davon ab, wie viele wirksame Maßnahmen kombiniert und „richtig angewendet werden“, erklärt Aerosolforscherin Wehner.

Das Idealszenario für einen sicheren Schulstart nach den Weihnachtsferien sieht Wehner wie folgt:

  • Konsequente Maskenpflicht im Unterricht
    Allerdings müssten dafür auch geeignete Kinder-FFP2-Masken verfügbar sein, was laut einem Test von Stiftung Warentest aktuell nicht der Fall ist.
  • Raumluftfilteranlagen im Klassenraum
    Fördergelder für die Anschaffung von mobilen Luftreinigern halten Bund und Länder für die Schulträger bereit. Es wird jedoch nur zögerlich abgerufen.
  • Engmaschiges Testkonzept
    Nur wenn infizierte Kinder frühzeitig erkannt werden, kann eine Ausbreitung des Virus unterbunden werden.
  • Erhöhung der Impfquote ab elf Jahren
    Der Weg für die Impfung von Kindern ist geebnet. Nun sind die Eltern gefordert.

Schulschließungen kann und will Aerosolforscherin Wehner nicht ausschließen, da es nie eine vollständige Sicherheit an Schulen geben werden. Jedoch könne man das Ansteckungsrisiko in den Klassenräumen durch geeignete Maßnahmen spürbar senken. Je mehr wirksamen Maßnahmen umgesetzt würden, desto größer sei die Chance auf einen sicheren Präsenzunterricht. Die Schließung von Schulen könne nur der finale Schritt sein, wenn alle anderen Maßnahmen ausgereizt seien.

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