Corona: Wie lassen sich Innenräume im Winter sicher machen? Prof. Hendrik Streeck und Dr. Gerhard Scheuch empfehlen den Einsatz von Luftreinigern und CO2-Messgeräten und Partikelzählern

Der Sommer ist vorbei, die kalte Jahreszeit zurück und zusehends verlagert sich das gesellschaftliche Leben wieder mehr in die Innenräume. Damit steigt aber auch das Risiko, sich mit Corona- oder Erkältungsviren zu infizieren, da sich diese bevorzugt in Innenräumen verbreiten. Gerhard Scheuch, Aerosolforscher und langjähriger Präsident der internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin und Hendrik Streeck, Virologe am Universitätsklinikum Bonn, haben daher einen Lufthygienecheck entwickelt. Wie der Lufthygienecheck im Winter hilft, die Sicherheit von Innenräumen zu bewerten und zu verbessern, diskutieren Prof. Hendrik Streeck und Dr. Gerhard Scheuch im nachfolgenden Video.

Prof. Hendrik Streeck: „Man müsste Räume eigentlich sicherer machen“

Entstanden sei der Lufthygienecheck aus der Überlegung heraus, dass man nicht generell einen Lockdown machen und alle Restaurants, Kindergärten oder Schulen schließen könne, erläutert Scheuch die Idee hinter dem Lufthygienecheck. Denn es gebe ja auch durchaus sichere Räume mit einer guten Luftqualität, in denen eine Übertragung des Coronavirus nahezu nicht stattfinden könne. Warum sollte man diese Räume dann schließen?

Wie funktioniert der Lufthygienecheck?

Ziel des Lufthygienechecks sei es, ein Qualitätsmerkmal für Innenräume zu entwickeln, um diese entsprechend ihrer Luftqualität als sichere, weniger sichere oder unsichere Räume einzustufen, sagt Scheuch.

Der Check und die Bewertung des Ansteckungsrisikos basiert auf einem einfachen Punktesystem.

Bewertet werden neben dem Raumvolumen weitere Kriterien:

  • CO2-Konzentration im Raum
  • Deckenhöhe
  • Höhe der Aerosolkonzentration
  • Aufenthaltszeit
  • Anzahl der Menschen

Ab einer gewissen Punktzahl gilt ein Raum mehr oder weniger riskant für Ansteckungen.

Praxisbeispiel Restaurant

In ihrem Video erläutern die beiden Wissenschaftler das Punktesystem an einem praktischen Beispiel. Berechnet wird das Aufenthaltsrisiko in einem Restaurant mit einer Fläche von 100 m² bzw. 300 m³ Raumvolumen. 35 Gäste halten sich im Schnitt 150 Minuten im Lokal auf. Im Restaurant findet keine Co2-Messung und keine Aerosolkontrolle statt. Ebenso wird die Raumluft nicht durch mobile Luftreiniger gefiltert.

Das Ergebnis des Lufthygienechecks: Der Aufenthalt im Restaurant birgt ein hohes Ansteckungsrisiko.

Wie lässt sich das Ansteckungsrisiko in Innenräumen senken?

Für die Verbesserung der Luftqualität liefern die Wissenschaftler in ihrer Diskussionsrunde Empfehlungen. Das Ziel ihres Checks sei nicht die alleinige Bewertung des Ansteckungsrisikos in einem Raum. Restaurants, Fitness-Studios oder auch Schulen und Kitas sollen mit dem Lufthygienecheck ein wirksames Instrumentarium erhalten, um die Luftqualität zu verbessern und somit auch das Ansteckungsrisiko nachhaltig zu senken.

Das Ansteckungsrisiko in Innenräumen kann durch folgende Maßnahmen gesenkt werden:

Mobile Luftreiniger mit 4- bis 6-facher Luftwechselrate

Mobile Luftreiniger wie die Hochleistungsluftreiniger der TAC-Serie und AirgoClean-Serie senken das indirekte Corona-Ansteckungsrisiko im Raum, indem sie die virenbehafteten Aerosolpartikel aus der Raumluft entfernern. Empfehlenswert sind mobile Raumluftreiniger mit einem HEPA-Filter der Filterklassen H13 oder H14 (zertifiziert nach EN 1822). Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die hohe Wirksamkeit der technischen Raumluftreinigung im Kampf gegen das Coronavirus. Geeignete Geräte wie die TAC-Hochleistungsluftreiniger und AirgoClean-Luftreiniger senken die Virenlast in einem Raum nachweislich um bis zu 99,995 Prozent.

Lüftung mit CO2-Kontrolle

Das Ziel sollte sein, einen CO2-Wert von 1.000 ppm in der Raumluft nicht zu überschreiten. Optimal sei eine Konzentration im Bereich von 650 – 1.000 ppm. Eine erhöhte CO2-Konzentration im Raum lässt zwar keine Aussage über virushaltige ⁠Aerosole⁠ zu, aber sie deutet darauf hin, dass zu lange nicht gelüftet wurde und daher auch das Infektionsrisiko erhöht sein kann.

Partikelmessung der Aerosolkonzentration

Als dritte Maßnahme empfehlen die Wissenschaftler eine ergänzende Partikelmessung der Aerosole in der Raumluft, um die Wirksamkeit der Luftreinigungsmaßnahmen zu überprüfen. Es sollte im besten Fall eine Aerosolkonzentration von 1-3 µg/m3 erreicht werden.

Mit dem praktischen Luftqualitätsmonitor BQ30 behalten Sie den CO2-Wert und die Aerosolkonzentration zuverlässig im Blick. Das BQ30 misst sowohl die CO2-Konzentration in der Raumluft und gibt den gemessenen Wert gut ablesbar mittels farbigen Bargraf-Indikator auf dem LCD-Display aus. Zudem misst das praktische Messgerät die Menge der Schwebstoffpartikel in der Raumluft und macht gefährlich hohe Konzentrationen unmittelbar sichtbar.

Führen diese Maßnahmen zu einer Punktzahl im Bereich von 1-5 Punkten, gilt der Raum als weitgehend sicher mit geringem Ansteckungsrisiko.

Die Wissenschaftler bezeichnen den Lufthygienecheck als lebende Leitlinie, in die stets auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse einfließen können. Wir erinnern uns: Zu Beginn der Pandemie gingen viele Wissenschaftler davon aus, dass sich das Coronavirus primär durch größere Tröpfchen oder Hautkontakt überträgt. Mittlerweise ist unstrittig, dass sich das Virus zu mehr als 99 Prozent über die Raum- und Atemluft ausbreitet. Dementsprechend wurden auch die Empfehlungen zum Infektionsschutz angepasst. Ebenso hat sich das Ansteckungsrisiko durch die Delta-Mutation des Coronavirus grundsätzlich erhöht. Gerhard Scheuch schließt daher eine Neubewertung der Punktzahlen für die Zukunft nicht aus.

An wen richtet sich der Lufthygienecheck?

„Trotz Impfung, trotz 3G-Regeln, werden wir im Herbst und Winter weiter steigende Infektionszahlen wahrscheinlich sehen und auch Übertragungen haben“, erklärt Virologe Streeck. Daher müsse man die Übertragungswahrscheinlichkeit minimieren, wenn man gemeinsam in einem Raum zusammenkommt: „Man kann das Risiko nur minimieren, man kann es aber nicht vollkommen ausschließen.“ Mit dem Lufthygienecheck könnten beispielsweise Gastronomen schnell und einfach selber testen, wie sicher ihre Innengastronomie ist. Noch besser wäre es natürlich, wenn auch die Gäste sehen würden, dass das Ansteckungsrisiko im Restaurant gering ist und sie sich sicher fühlen können.

Wie sieht die Umsetzung des Lufthygienechecks in der Praxis aus?

In Belgien sei es bereits Pflicht, dass Restaurants mit einem CO2-Messgerät ausgestattet sein müssen, erläutert Gerhard Scheuch. So können die Gäste sofort sehen, ob die Räume ausreichend gelüftet oder mit wirksamen Raumluftreinigern entsprechend gefiltert werden. Gute Luftreiniger würden es schaffen, einen Raum nahezu aerosolfrei zu machen. Auch das kkönnt ein Gastronom durch ein geeignetes Partikelmessgerät sichtbar machen und dem Kunden so die Angst vor einer Ansteckung nehmen. Denn der sieht dann sofort: „Hier ist eine gute Luftqualität im Raum“, so Scheuch.

Die Idee hinter dem Lufthygienecheck sei, nach einer langen Zeit der Angst nun endlich wieder ein Sicherheitsgefühl für Innenräume zu schaffen – ohne nur mit Masken und Abstandsregeln zu arbeiten.

Warum liegt der Fokus nach 1,5 Jahren Pandemie nun auf der Lufthygiene?

Hendrik Streeck und Gerhard Scheuch sind davon überzeugt, dass die Luft einen großen Anteil an der Verbreitung des Coronavirus trägt. Das hätten bereits die ersten massiven Corona-Ausbrüche in Heinsberg und beim Fleischproduzten Tönnies gezeigt. Auch bei der Übertragung des Influenza-Virus spiele die Luft eine erhebliche Rolle, ergänzt Scheuch. Das sei aber irgendwann in Vergessenheit geraten und erst jetzt in der Corona-Pandemie sei den Menschen wieder bewusst geworden, dass die reine Einatmung von Viren bereits zu einer Erkrankung führen könne. Zudem würden die epidemiologischen Daten zeigen, dass eine Ansteckung im Freien so gut wie nicht stattfindet.

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