An einem Mehrfamilienhaus aus den 1960er Jahren sind im Obergeschoss zum Teil massive Wassereintritte festgestellt werden. Die Wohnungen im Obergeschoss sind teilweise unbewohnbar, da starke Verfärbungen an den Decken vorliegen. Durch eine radiometrische Flachdachuntersuchung soll der Feuchte-Zustand der Dachfläche erfasst und dokumentiert werden, um zu prüfen, ob sich der Sanierungsaufwand auf Teilbereiche des Daches beschränken lässt.
Die Prüfung des Feuchte-Zustandes des Flachdach erfolgte durch eine Rastermessung mit der Neutronensonde. Dazu wurde der Kies der Dachfläche in einem regelmäßigen Raster von ca. 1×1 m zur Seite geschoben, so dass die Bitumenabdichtung des Daches direkt zugänglich war. An jedem Messpunkt wurde die Sonde aufgesetzt und der digitale Messwert erfasst und dokumentiert.
Die Messwerte der Neutronensonde liegen in einem Wertebereich zwischen 15 und 90 Digit. Je höher die Messwerte sind, desto höher ist der Feuchtegehalt des Baustoffes – sofern ein gleichmäßiger Aufbau vorliegt. Durch drei Kalibrierungsöffnungen (am Min-, Mittel-, und Max-Wert) wurde der tatsächliche Feuchte-Zustand kontrolliert.
Durch die radiometrische Untersuchung des Flachdach ließ sich der zu sanierende Bereich auf ca. 50% der Dachfläche reduzieren. Eine der drei Teilflächen weist großflächig hohe Messwerte auf, so dass hier eine Komplett-Sanierung zu empfehlen ist. Eine Trocknung der Fläche ist aufgrund des vergleichsweise schlechten optischen Zustandes und des hohen Alters nicht zu empfehlen.



